Ich habe über 30 Jahre in Rohre geschaut.
Dann habe ich einen Filter gebaut.
Geschrieben vom Gründer von Fresh Fluid. Gelernter Anlagenmechaniker SHK mit über 30 Jahren Berufserfahrung.
Das aufgeschnittene Rohr
1990 habe ich meine Ausbildung angefangen. Klassischer Handwerksbetrieb, viel Altbausanierung. Im zweiten Lehrjahr standen wir im Keller eines Mehrfamilienhauses, Baujahr 1972. Eigentlich sollte die Leitung nur abgedichtet werden.
Mein Meister hat das Rohr aufgeschnitten, damit ich sehe, warum wir es tauschen. Innen war es komplett braun-grün. Der Querschnitt war vielleicht noch halb offen.
Und trotzdem: Aus dem Hahn oben lief das Wasser klar. Das war der Moment, in dem ich kapiert habe: Klar heißt gar nichts.
Das war Anfang der Neunziger. Geändert hat sich seitdem wenig. Ich sehe solche Leitungen bis heute fast täglich in meinem Berufsalltag. Eher öfter als früher, denn die Häuser von damals sind inzwischen über 30 Jahre älter.
„Vom Wasserwerk bis zur Straße ist alles top. Ab dem Hausanschluss ist es Glückssache."
Der Satz meines Meisters, der bis heute hängen geblieben ist. In vielen Häusern weiß niemand genau, was verbaut ist. Nicht mal der Vermieter.So sieht ein altes Rohr von innen aus
Das hier zeige ich jedem, der fragt, warum es Fresh Fluid gibt. Durch solche Leitungen läuft Trinkwasser. Jeden Tag.
Der Perlator, den ich nie vergessen habe
Eine ältere Dame, die allein wohnte. Selten benutzte Küche. Ich habe den Perlator abgeschraubt, das ist das kleine Sieb vorne am Hahn. Darin: ein schleimiger, gelblicher Belag. Es hat gestunken.
Sie hat dieses Wasser jeden Morgen für ihren Tee genommen. Ich habe das Sieb sauber gemacht und nichts gesagt, weil ich nicht wusste, was ich sagen soll. Das ärgert mich bis heute.
Und so war es ständig: Wir waren wegen ganz anderer Aufträge im Haus, und ich sah Leitungen, die seit 40 Jahren niemand angefasst hatte. Wenn das Wasser komisch war, haben alle auf den Duschkopf oder die Armatur getippt. Dass es an den Leitungen liegt und daran, was das Wasser dort aufnimmt, hatte niemand auf dem Schirm. Ich musste es jedes Mal erklären.
Die Frage, auf die ich keine ehrliche Antwort hatte
Es gab keinen Blitzmoment. Eher dieses Gefühl bei jedem Kundentermin, wenn ich die Leitungen sah. Und dann kam der Abend, an dem meine Frau mich gefragt hat, ob unser eigenes Wasser okay ist. Sie war schwanger.
Ich stand da und konnte nicht ehrlich Ja sagen. Obwohl wir erst drei Jahre in der Wohnung wohnten. Obwohl das mein Beruf ist.
Wir hatten mal eine Filterkanne. Zwei Monate vielleicht. Ständig nachfüllen, sie stand im Weg, der Deckel roch nach drei Wochen komisch, und ob die Kartusche überhaupt noch etwas machte, wusste ich nie. Irgendwann stand sie im Schrank.
Also habe ich geschaut, was es gibt: Plastikfilter ohne Namen, mit losem Granulat. Oder Untertisch-Anlagen für 400 Euro, die du in keine Mietwohnung baust. Es gibt zwar auch Edelstahlfilter für den Hahn, aber nicht mit Aktivkohleblock und nicht aus 304er Edelstahl. Die filtern nicht gut oder rosten schnell. Das hat mich gewundert. Und dann hat es mich nicht mehr losgelassen.
Fast ein Jahr statt drei Monate
Der erste Prototyp war undicht. Und der Durchfluss war so schwach, dass du drei Minuten auf ein Glas Wasser gewartet hast. Meine Frau hat gesagt: „Das kauft niemand." Sie hatte recht.
304er Edelstahl wurde es, weil ich in Foren und beim Testen anderer Wasserhahn-Filter herausgefunden habe, dass bei den meisten Filtern ohne Sortenangabe ein Edelstahl verwendet wird, der rostet und für Wasserkontakt nicht optimal ist. Wenn du Edelstahl sagst, musst du die Sorte nennen können. 304 ist der Standard für Lebensmittelkontakt.
Ein gepresster Kohleblock statt Granulat, weil Wasser faul ist. Es nimmt den Weg des geringsten Widerstands. An losem Granulat drückt es sich am Rand vorbei. Ein fester Block zwingt jeden Tropfen durch die gesamte Oberfläche.
Vier Adapter, weil ich, als ich meinen Eltern den Filter präsentieren wollte, gemerkt habe, dass er an ihr Gewinde nicht gepasst hat. Das hat das Projekt um Wochen zurückgeworfen. Heute deckt es fast jeden deutschen Hahn ab.
Alle anderen Wasserfilter, die ich gesehen habe, vor allem die auf Amazon, machen eine von den beiden Sachen falsch, die wir richtig machen: Entweder keine genaue Kennzeichnung beim Edelstahl oder kein Aktivkohle-Filterblock.
Was ich dir nicht verspreche
Mich nervt, dass fast jeder Anbieter mit Prozentzahlen wirft, die keiner nachprüfen kann. Deshalb hier das Gegenteil:
Kalk bleibt Kalk. Aktivkohle holt keinen gelösten Kalk aus dem Wasser. Wer dir das verspricht, lügt.
Der Filter ist kein Sterilisator. Er hält Rost, Sedimente, Schwebstoffe und Algen zurück. Genau das, wofür ich ihn gebaut habe.
Und er ist nicht für jeden. Wer sein Wasser enthärten will, braucht ein anderes System. Und wer nur das Billigste sucht, soll lieber Leitungswasser trinken als einen 15-Euro-Plastikfilter kaufen, der nach zwei Wochen eine Keimschleuder ist.
Wo wir heute stehen
Tagsüber arbeite ich noch teilweise im Handwerk, abends und am Wochenende an Fresh Fluid. Ganz wechseln will ich erst, wenn ich weiß, dass die Kunden wirklich zufrieden sind. Nicht vorher.
Die zwei Sätze, die ich nach der Montage am häufigsten höre: „Das Wasser schmeckt irgendwie leichter." Und: „Ich dachte, die Montage wäre komplizierter."
Als Nächstes will ich die Kartusche von zwei auf drei Monate Haltbarkeit bringen, sobald die Qualität stimmt. Und irgendwann ein Sichtfenster am Gehäuse.
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